4. Juni 2009
In den letzten Wochen und Monaten war die Luft raus aus Eranien. Nach dem gescheiterten Versuch, es mit der Meeresbasis Atimantis weiterzuführen, hat die Spielerschaft daher entschieden, dieses Projekt zu beenden.
Es war keine leichte Entscheidung, vor allem nicht für mich. Eranien ist meine erste eigene Mikronation und seit zwei Jahren habe ich Nachmittage, Abende und Nächte damit verbracht, sie mit Leben zu füllen, immer wieder auf die Pauke zu hauen, Weltherrschaftsaprilscherze zu veranstalten, Außenpolitik zu betreiben, den Delegierten in der UVNO auf die Nerven zu gehen und meinen Frust im OIK-Forum abzubauen und vieles, vieles mehr.
Eranien hat mir in diesen zwei Jahren seit dem 26. April 2007 gezeigt, was für ein enormes Potential in den deutschen Mikronationen und ihrem Spielprinzip steckt, und dass wir uns mitnichten hinter ach so tollen 3D-Rollenspielen verstecken müssen. Und in den letzten Wochen hat mir Eranien gezeigt, wie schnell alles vorbei sein kann, alle weg sind und nichts mehr geht, und wie schwierig einem persönlich die Entscheidung fällt, dann "Schluss" zu sagen.
Ich habe diese Entscheidung getroffen. Ob ich sie bereuen werde oder nicht, weiß ich noch nicht. Wenn ich sie aber eines Tages bereuen sollte, dann wird es vielleicht ein Comeback geben. Es würde mich sehr freuen. Fürs Erste aber nicht. Ich bedanke mich bei allen Mitspielern und Menschen, die Eranien zu dem gemacht haben, was es bis zuletzt war. An allererster Stelle danke ich den Gründervätern dieses anfangs sehr chaotischen Staates, nämlich beim allseits beliebten Pjotr Bildschießikov und meinem Co-Administrator und weisen Mitspieler A'Mul. Dann danke ich den Spielern der zweiten Stunde, Shordan Oink, dem ersten und einzigen Präsidenten, der nicht aus meiner Familie stammt ;), Ishtar Clingan, Loxi Claybourne und Peter Morgenstern. Sie haben die Blüte dieses Landes erlebt, als wir auch mal den ersten Platz im Wochen-FAIX belegten, und sie alle haben auch den Untergang dieses wunderschönen Landes erlebt.
Genauso danke ich aber auch den unzähligen MNlern, die in der Außenpolitik mit Eranien zusammengearbeitet haben. Ich danke unseren Freunden aus Andro, Badoslowanien, Freiland, aus der UVNO, aus dem RKES und der GVO. Ich bedanke mich auch bei allen Delegierten der United Virtual Nations Organization, insbesondere bei Maya Mausal, die zwar nicht immer auf meiner Seite war, aber mit der es sich in der Vollversammlung herrlich diskutieren ließ. Überhaupt werden mir diese Diskussionen fehlen (so verrückt das auch im Hinblick auf so manches Thema klingen mag).
Ich werde mich nicht aus den MNs verabschieden. Dazu liegt mir der Laden zu sehr am Herzen. Aber für Eranien heißt es an dieser Stelle Abschied nehmen. Wir haben es nie zu einer eigenen Nationalhymne geschafft und doch fühle ich mit diesem Land eine tiefe Verbundenheit, die ich noch zu keiner anderen Mikronation davor gefühlt habe und an die auch sicher niemals etwas herankommen wird. Auf Wiedersehen.
Euer
Michael Kaschinowitz.